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FBA-Schwund beim Wareneingang: Wie beweise ich, was wirklich auf der Palette war?

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Eine polizeiliche Anzeige ändert an der Amazon-Buchung praktisch nichts. Entscheidend ist eine Beweiskette, die vor der Anlieferung entsteht: ein unabhängiges Zähl- und Fotoprotokoll, das Stückzahlen, Kartoninhalte und Palettenaufbau lückenlos dokumentiert. Nur damit lässt sich eine Differenz zwischen gelieferter und gebuchter Menge gegenüber Amazon substantiiert reklamieren — ohne diese Dokumentation bleibt der Verlust unbeweisbar.

Preise — transparent, netto, ohne versteckte Gebühren

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LeistungPreisEinheitBedingung
FBA-Komplett-Prep (Small, <30 cm/<1 kg)ab 0,45 €Einheitmin. 150 Einheiten pro SKU · Mindestauftrag 75 €

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Wie entsteht Schwund zwischen LKW-Entladung und Amazon-Bestandsbuchung?

Der Schwund entsteht in der Phase, in die der Verkäufer keinen Einblick hat. Nach dem Abladen durchlaufen die Paletten im Fulfillment-Center mehrere Stationen: Warenannahme, Etikettenprüfung, Vereinzelung, Umlagerung und schließlich die elektronische Erfassung. An jeder Station können Einheiten verloren gehen — durch Fehlscans, übersehene Kartons, unbemerkte Beschädigungen oder schlichte Zählfehler.

Amazon bucht die Menge erst nach Abschluss dieses Prozesses, und zwar in eigenem Takt: Die Einbuchung kann sich über Tage hinziehen, Teilmengen erscheinen zeitversetzt. Der Verkäufer sieht am Ende nur die Differenz zwischen seiner Sendungsanmeldung und der gebuchten Menge — nicht, wo die Einheiten geblieben sind.

Genau deshalb ist der Zeitpunkt der Beweissicherung entscheidend. Alles, was nach der Übergabe an den Frachtführer dokumentiert wird, stammt aus fremden Systemen. Beweiskräftig ist nur, was vor der Anlieferung von einer Partei festgehalten wurde, die die Ware tatsächlich gezählt hat.

Welche Beweise akzeptiert Amazon bei einer Wareneingangs-Diskrepanz?

In der Praxis stützen sich erfolgreiche Fälle auf lückenlose Herkunfts- und Mengenbelege: Lieferantenrechnungen mit Stückzahlen, Packlisten je Karton, Frachtdokumente mit Kartonzahl und Gewicht sowie den Anlieferbeleg des Frachtführers. Je näher der Beleg am physischen Zählvorgang liegt, desto mehr Gewicht hat er.

Das stärkste Glied in dieser Kette ist ein unabhängiges Zählprotokoll eines Dritten, der die Ware nach dem Container oder LKW tatsächlich vereinzelt hat. Beim FBA-Prep in Schorfheide entsteht diese Zählung als Nebenprodukt der Aufbereitung: Jede Einheit geht durch die Hand des Teams, wird etikettiert und gezählt — größengestaffelt ab 0,45 € pro Einheit bei einer Mindestmenge von 150 Einheiten pro SKU.

Wichtig ist die Unabhängigkeit: Ein Protokoll des eigenen Lieferanten wiegt wenig, weil es die strittige Menge selbst behauptet. Ein Dienstleister, der weder Verkäufer noch Empfänger ist, dokumentiert dagegen als neutrale Stelle — mit Datum, Auftragsnummer und benannter Person.

Bringt eine Anzeige bei der Polizei überhaupt etwas?

Für die Amazon-Reklamation: nein. Amazon entscheidet den Fall anhand von Dokumenten im eigenen Verfahren; eine Strafanzeige gegen Unbekannt ersetzt keinen Mengenbeleg und beschleunigt keine Prüfung. Die Ermittlung wird zudem regelmäßig eingestellt, weil weder Tatort noch Tatzeitpunkt eingrenzbar sind — der Verlust kann beim Transport, im Yard oder in der Vereinzelung entstanden sein.

Sinnvoll ist eine Anzeige nur, wenn konkrete Anhaltspunkte für einen Diebstahl auf einem bestimmten Abschnitt vorliegen — etwa ein gebrochenes Siegel bei Ankunft, dokumentiert mit Fotos, oder eine Differenz, die bereits beim Entladen des Containers festgestellt wurde. Dann richtet sich der Anspruch aber gegen den Frachtführer oder Verkäufer der Ware, nicht gegen Amazon.

Die nüchterne Reihenfolge lautet daher: erst die eigene Beweiskette prüfen, dann die Reklamation im Verfahren von Amazon führen, und nur bei greifbarem Verdacht zusätzlich strafrechtlich vorgehen. Wer die Reihenfolge umdreht, verliert Zeit, ohne die Buchung zu ändern.

Wie sieht ein gerichtsfestes Zähl- und Fotoprotokoll vor der Anlieferung aus?

Ein belastbares Protokoll dokumentiert vier Ebenen: die Sendung (Container- oder Sendungsnummer, Siegel, Ankunftszustand mit Foto), die Kartons (Anzahl, Kennzeichnung, Stichprobenfotos geöffneter Kartons), die Einheiten (gezählte Stückzahl je SKU, abgeglichen mit der Packing List, Abweichungen vermerkt) und die Paletten (Aufbau, Wicklung, Palettenlabel, Foto jeder fertigen Palette vor der Verladung).

Jeder Eintrag trägt Datum, Uhrzeit und den Namen der zählenden Person; Abweichungen werden noch am Entladetag gemeldet, nicht erst bei der Abrechnung. So entsteht eine geschlossene Kette vom geöffneten Container bis zur verladenen Palette — Prep und Palettierung laufen dafür in Schorfheide bei Berlin auf 1.400 m² direkt an der A11, bevor die Ware zu Amazon geht.

Wer den Ablauf bündeln will, nutzt das Cross-Dock-Paket zu 500 € (20 Fuß) beziehungsweise 700 € (40 Fuß) mit garantiertem 24-h-Slot und einer Woche Lagerung: Die Anlieferung bei Amazon startet erst, wenn die Dokumentation vollständig vorliegt — nicht umgekehrt.

Wann lohnt sich ein unabhängiger Prep-Schritt allein als Beweissicherung?

Die Rechnung ist einfach: Der Prep-Schritt lohnt sich, sobald der plausible Jahresverlust durch unbeweisbare Differenzen die Prep-Kosten übersteigt. Bei hochwertiger Ware kann bereits eine einzige nicht erstattete Palette mehr kosten als die Dokumentation eines ganzen Quartals.

Typische Auslöser sind wiederkehrende Mini-Differenzen über viele Sendungen, ein neuer Lieferant, dessen Zählungen noch nicht belastbar sind, sowie Ware mit hohem Stückwert, bei der jede fehlende Einheit unmittelbar auf die Marge durchschlägt. Auch wer Streitfälle mit dem Lieferanten führt, braucht die neutrale Zählung als Grundlage.

Der Rahmen bleibt dabei bewusst eng: Gearbeitet wird nur B2B und nur mit verzollter Ware. Das hält den Prozess standardisiert — und genau diese Standardisierung ist es, die das Protokoll im Streitfall belastbar macht.

FAQ

Soll ich bei fehlenden Einheiten Anzeige erstatten?

Nur bei konkretem Diebstahlsverdacht auf einem bestimmbaren Abschnitt, etwa bei gebrochenem Siegel. Für die Amazon-Reklamation zählt die Anzeige nicht — dort entscheiden Rechnungen, Packlisten, Frachtdokumente und ein unabhängiges Zählprotokoll. Führen Sie zuerst den Dokumentenfall, dann gegebenenfalls den strafrechtlichen.

Welche Unterlagen brauche ich für die Amazon-Reklamation konkret?

Lieferantenrechnung mit Stückzahlen, Packliste je Karton, Frachtbeleg mit Kartonzahl und Gewicht, Anlieferbeleg des Frachtführers sowie das Zähl- und Fotoprotokoll des unabhängigen Prep-Dienstleisters. Je vollständiger die Kette vom Container bis zur Palette, desto höher die Erfolgsaussicht.

Was kostet die Beweissicherung über den Prep-Schritt?

Die Zählung entsteht als Teil des regulären FBA-Prep: größengestaffelt ab 0,45 € pro Einheit bei einer Mindestmenge von 150 Einheiten pro SKU. Fotodokumentation von Sendung, Kartons und fertigen Paletten gehört zum Prozess; einen separaten Aufpreis für das Protokoll gibt es nicht.

Hilft das Protokoll auch gegenüber meinem Lieferanten?

Ja — oft sogar mehr als gegenüber Amazon. Wenn die unabhängige Zählung direkt nach dem Container weniger Einheiten ergibt als bestellt, liegt die Differenz vor der Anlieferung und damit beim Lieferanten oder Transport. Das Protokoll liefert die neutrale Grundlage für Nachlieferung oder Gutschrift.

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